Der Pflege eine Bühne bieten

Der Pflege eine Bühne bieten

Dem Thema Pflege eine Bühne bieten – das war unser Ziel für die dritte Veranstaltung im Rahmen unserer Meet & Greet Reihe, für einen Austausch und die Vernetzung unterschiedlicher Akteure im BGM. Die zahlreichen Gäste mit verschiedenen Sichtweisen und Herausforderungen aus den unterschiedlichen Bereichen haben die Veranstaltung zu einem vollen Erfolg gemacht.

Den Einstieg der Veranstaltung übernahm Frau Dr. Schneider, Lehrerin für Psychologie bei der Inneren Mission München. Sie zeigte auf, dass Gesundheitsbewusstsein nicht mehr zwingend zu Gesundheitshandeln führt. Besonders vor dem Hintergrund des Pflegenotstands und Zeitdrucks in der Pflege, verblasst das Thema der Gesundheit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Gesundheitsförderung ist trotzdem möglich, da war sich Frau Dr. Schneider sicher. Wichtig wäre es, auf Leitungs-, Team- und privater Ebene die Möglichkeiten „machbar“ zu gestalten und die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen.

Wie dies genau aussieht, darüber referierte im Anschluss Frau Schäfer, Referentin für Betriebliches Gesundheitsmanagement, von der Bahn BKK. Sie betonte, dass BGM aktuell noch eine freiwillige Maßnahme für Einrichtungen und Betriebe ist, die Krankenkassen nach §20 SGBV jedoch dazu verpflichtet sind, die Einrichtungen dahingehend zu unterstützen. Grundvoraussetzung ist ein personelles und/oder finanzielles Engagement auf Seiten der Einrichtung.

Weiter zeigte Frau Schäfer die Auswahl möglicher finanzierbarer Leistungen auf: Analysen, Arbeitsgruppen/ Gesundheitszirkel, Ausbildung von Multiplikatoren, Evaluation, um nur einige Beispiele zu nennen.

Die Darstellung von möglichen Hindernissen und Herausforderungen, schaffte die perfekte Überleitung zu einer kleinen Diskussionsrunde, deren Leitung Frau Berger, aus unserem Team, übernahm. Hier hatten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, ihr Anliegen und ihre Erfahrungen einzubringen.
Eine große Herausforderung, mit denen viele Einrichtungen zu kämpfen haben, stellen die unterschiedlichen Kulturen der Pflegekräfte und damit die einhergehenden verschiedenen „Pflegekulturen“ dar. Auch die ständige Erreichbarkeit über das private Handy, für eventuelle Notfälle und Personalausfälle, wurde unter anderem als belastend hervorgehoben.
Aufgrund zahlreicher weiterer Belastungen im Arbeitsalltag ist ein wertschätzender Umgang in Pflegeeinrichtungen oft schwierig und auch Mobbing am Arbeitsplatz eine Thematik.
Als mögliche Lösung wurde von einer Teilnehmerin die Möglichkeit der Job-Rotation vorgestellt, damit jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin andere Aufgabenbereich kennenlernen kann und so die Arbeit der anderen mehr zu schätzen weiß. Als großer Wunsch wurde von vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern Einzelcoachings und Ruhepausen, zum Beispiel durch ein Einzeltraining (Qigong) angesprochen.

Wir haben von dieser Veranstaltung, neben vielen netten Gesprächen, einige neue Themen auf unsere Agenda genommen, denen wir in den nächsten Wochen mit entsprechenden Konzepten und Lösungsansätzen begegnen wollen. Da uns das Thema am Herzen liegt, gibt es hier eine Seite mit ausführlichen Infos.