Zu lange Arbeitszeiten machen krank

Zu lange Arbeitszeiten machen krank

Nach § 3 Satz 1 des ArbZG darf die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer acht Stunden nicht überschreiten. Oft genug wird das nicht berücksichtigt. Fast jede zehnte Arbeitskraft weltweit arbeitet 55 Stunden pro Woche oder mehr. Bei einer Fünf-Tage-Woche wären das mindestens elf Stunden täglich. Doch wer 55 Stunden oder mehr pro Woche arbeitet, hat ein deutlich höheres Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben. Zu diesem Ergebnis kommen die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in ihrer Studie.  

Wir haben herausgefunden, dass im Jahr 2016 nach unseren Schätzungen ungefähr 745.000 Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestorben sind, weil sie lange Arbeitszeiten gearbeitet haben.

So der Epidemiologe Frank Pega von der WHO in Genf. Die Folgen dieser langen Arbeitszeiten machen sich jedoch erst nach etwa zehn Jahren bemerkbar.

Für die Analyse haben die Experten der WHO und ILO Daten aus 2.300 Erhebungen aus über 150 Ländern und die Erkenntnisse aus knapp 60 Studien zusammengeführt. Dabei bestehen in Europa und Nordamerika im Durchschnitt weniger Belastungen, nachdem es hier bereits sehr starke Arbeitsschutzrichtlinien gibt, die meistens eingehalten und überwacht werden. 

Ein Beispiel bietet die Lösung der Schweden: 6-Stunden-Tag
Unter anderem wurde der 6-Stunden-Arbeitstag in einem Toyota-Werk in Göteborg vor über 14 Jahren als Experiment gestartet und hat sich als voller Erfolg herausgestellt. Denn mit einer gesteigerten Mitarbeiterzufriedenheit, weniger Krankmeldungen und einer sogar leicht bis deutlich verbesserten Wirtschaftlichkeit können sich diese Ergebnisse absolut sehen lassen.

Um die Gesundheit der Arbeitenden also zu schützen, bedarf es laut WHO und ILO verschiedener Maßnahmen der Regierungen, Arbeitgebern und Arbeitnehmern!
Durch die eingetretenen Veränderungen der Arbeitswelt in den letzten zwei Jahren, haben sich beispielsweise einige Ansatzpunkte im Bereich des Arbeitens von zu Hause aus ergeben. Dort verschwimmt zumeist die Grenze zwischen Arbeitszeit und Freizeit, sodass man eher Mal geneigt ist auch nach Feierabend „nur noch schnell“ ein paar Mails zu beantworten.

Wie schaffen Sie es also auch im Homeoffice Ihre Arbeit von Ihrer Freizeit klarer zu trennen? 
Hier ein paar erste Tipps für Sie:

  • Kommunizieren Sie klar, wann Sie erreichbar sind  
  • Trennen Sie so gut es geht Ihren Arbeitsplatz räumlich ab
  • Schalten Sie Arbeitslaptop und -handy aus, sobald Sie nicht mehr arbeiten